Ich bin seit Anfang Oktober 2024 als ESK-Freiwillige in Lissabon und mein Projekt geht bis Ende September 2025. Im Ausland bin ich, weil ich es liebe, neue Kulturen und Städte zu erkunden. Ich liebe es, neue Menschen von überall kennen zu lernen. Ein Jahr im Ausland arbeiten wollte ich immer schon mal, aber, dass es so perfekt wird, hätte ich nie gedacht.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. So viel erlebt, aber nur so wenige Worte dafür. Seit zehn Monaten bin ich jetzt hier und habe so viele wertvolle Erinnerungen gesammelt. Sei es Reisen, neue Freunde fürs Leben finden oder eine neue Sprache lernen.
Lissabon ist eine wunderschöne Stadt und man hat alles dabei: Strand, Stadtleben oder einfach mal ein ruhiges Örtchen, um den Sonnenuntergang anzusehen. Der Rest von Portugal ist nur eine FlixBus-Fahrt oder einen eineinhalbstündigen Flug entfernt, deshalb ist es auch sehr einfach, andere Teile von Portugal zu erkunden. An Wochenenden mache ich entweder mit anderen Freiwilligen kurze Trips durch Portugal oder gehe auch gerne mal sehr billige Cocktails trinken.
Hier arbeite ich in einem Kindergarten, der Casa Pia de Lisboa. Eine Casa Pia ist eine Schule für Kinder im Alter von drei bis 17 Jahren, die es in der Vergangenheit, oder auch immer noch, nicht leicht im Leben haben. Diese Schule stellt den Kindern alles zur Verfügung, vom ersten Schulblock bis zum letzten verlorenen Stift.
Als ich nach Lissabon kam, hatte ich genau drei portugiesische Wörter im Gepäck: Bom dia, obrigada und Olá. Zum Glück haben sich die Kinder wenig für meine Sprachkenntnisse interessiert – solange sie eine Umarmung bekommen haben, war alles gut.
Mit diesen Kindern zu spielen oder ihnen Neues beizubringen, gibt mir immer wieder ein Gefühl des Glücks, weil ich weiß, dass ich auch meinen Teil dazu beitrage, ihnen zu helfen. Das Lächeln der Kinder jeden Morgen zu sehen, versüßt mir immer den Tag.
Ich bin für diese Kinder in den letzten zehn Monaten eine sehr große Bezugsperson und Freundin geworden. Ich bekomme Zeichnungen, viele Küsse und Umarmungen und ganz viel Liebe. Und ich weiß jetzt schon, dass es ein sehr schwerer Abschied für mich, als auch für sie wird.
Hier habe ich auf jeden Fall Freunde fürs Leben gefunden. Es ist auch egal, dass wir aus ganz Europa kommen, dieses Jahr wird uns immer verbinden. Es sind Menschen von 18 bis 30 Jahren hier, und der Altersunterschied ist wirklich egal, weil alle dasselbe Ziel haben: die besten Erinnerungen zu sammeln.
Durch diese Erfahrung habe ich mich auf jeden Fall positiv weiterentwickelt und würde es jedem einzelnen Menschen empfehlen, der auch nur eine Sekunde daran gedacht hat, das zu machen.
Hinweis: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.

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aktualisiert 08/2025
Amrei Reisch
aus Frastanz, liebt Reisen und Musik. Lehre als Verwaltungsassistentin absolviert, danach ESK-Freiwilligendienst.