Zum Inhalt springen
Sparschwein und Geldmünzen
Shutterstock

Geld, Versicherungen & Steuern


Brutto und netto? Welche Versicherungen sind wichtig? Was bedeutet Bürgschaft? Arbeitnehmerveranlagung?  Durchblickst du die Geld-, Versicherungs- und Steuerwelt noch? Hier sind die wichtigsten Punkte einfach erklärt.

Geldtipps auf einen Blick

Überblick ist alles
Behalte deine Einnahmen und Ausgaben unter Kontrolle.

Tipp: Haushaltsplan oder Haushaltsbuch-App benützen

Nur Bares ist Wahres
Bezahle bar. Wer mit der Karte zahlt, gibt meist mehr Geld aus.

Plane in Wochen
Teile dein Geld in vier Teilbeträge (Wochen) ein. So kommst du leichter durch den Monat und behältst deine Finanzen gut im Blick.

Setze Prioritäten
Zahle wichtige Ausgaben zuerst. Gib nicht mehr Geld aus, als du hast.

Widerstehe der Versuchung
Erfülle dir Wünsche erst, wenn du das Geld dafür hast. Ratenkäufe sind oft der Einstieg ins Schuldenkarussell.

Spare dich Zufrieden
Spare im Kleinen, dann kannst du dir Großes leisten.

Plus gewinnt
Die Kontoüberziehung ist die teuerste Kreditform. Schütze dich davor, zum Beispiel mit einem Überziehungsrahmen.

Nähere Infos zum Geld

Versicherung

Eine Versicherung schützt dich und andere im Falle eines Schadens. Das heißt, dass viele einzelne Personen Geld in einen Topf zahlen und wenn es bei dir einen Schadensfall gibt, dann bekommst du aus diesem Topf Geld zurück. Das Geld, dass du einzahlst, nennt man Versicherungsbeitrag. Das Geld, das du im Notfall ausbezahlt bekommst, nennt man Schadensausgleich.

Wenn du keinen Schadensfall hast, bekommst du das Geld aber nicht mehr zurück. Wenn du zum Beispiel ein Jahr keinen Autounfall hast, bleiben deine Beiträge trotzdem im Topf.

Macht das Sinn? Ja, denn du zahlst beispielsweise in einem Jahr nur 150 Euro Mopedversicherung. Wenn du aber einen Unfall hast kann Schadensgeld bis zu mehreren 100.000 Euro ausbezahlt werden. Wie viel Schadensgeld du bekommst, richtet sich zum Beispiel nach dem Schaden an deinem Moped.

Wie ist das möglich? Das ist möglich, weil ganz viele Menschen kleine Versicherungsbeiträge einzahlen, aber nur wenige Menschen große Schäden haben. Man sagt auch „gemeinschaftliche Risikoübernahme“ dazu.

Tipp: Nicht jede Versicherung bietet dir gleich viel Schutz, für das gleiche Geld. Hole dir mehrere Angebote ein und vergleiche!

Steuern

Arbeitnehmerveranlagung

Deine Lohnsteuer wird so berechnet, als ob du das ganze Jahr gleich viel verdient hättest. Vielleicht hast du aber mal den Arbeitsplatz gewechselt oder dein Gehalt/Lohn schwankte innerhalb eines Jahres? Dann kann es sein, dass du zu viel oder zu wenig Lohnsteuer bezahlt hast.

Es würde sich dann auszahlen, wenn du eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen lässt. Die Steuer wird hier neu berechnet und auf das vergangene Jahr verteilt. Wenn du zu viel Steuern bezahlt hast, dann erhältst du eine Gutschrift und du bekommst die Differenz zurück.

Sollte sich bei der neuen Berechnung zeigen, dass du zu wenig Steuern bezahlt hast, dann kann es zu einer Steuernachzahlung kommen. 

Aber: Du kannst dann den Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung noch zurückziehen.

Eine Gutschrift kommt meistens zustande, wenn du:

  • während eines Jahres unterschiedlich hohe Bezüge erhalten hast
  • während eines Jahres die Arbeitsstelle gewechselt hast
  • in einem Jahr nicht durchgehend beschäftigt warst
  • Anspruch auf Pendlerpauschale oder Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag hast und das in der Lohnabrechnung nicht berücksichtigt wurde
  • Freibeträge für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen willst.
  • unter die Steuergrenze fällst, aber Sozialabgaben geleistet hast

Die Arbeitnehmerveranlagung ist oft freiwillig. Sie kann auch verpflichtend sein.

In folgenden Fällen ist sie verpflichtend:

  • Wenn der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag oder der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag bei der laufendeen Lohnverrechnung berücksichtigt wurde
  • Wenn du innerhalb eines Jahres zeitweise zwei oder mehrere Einkünfte bezogen hast, die beim Lohnsteuerabzug nicht gemeinsam versteuert wurden.
  • Wenn du die Pendlerpauschale zu Unrecht in Anspruch genommen hast oder in falscher Höhe.
  • Wenn du unrichtige Angaben für eine Steuerbefreiung von Kinderbetreuungskosten gemacht hast.

Fristen

Du hast fünf Jahre Zeit, um den Antrag für die Durchführung der freiwilligen Arbeitnehmerveranlagung zu stellen. Danach kannst du die Durchführung nicht mehr beantragen.

Wie kannst du einen Antrag stellen?

Dazu musst du das Formular L1 vom Finanzamt ausfüllen.

Das kannst du entweder online auf FinanzOnline , persönlich beim Finanzamt oder mit der Post machen. Das Finanzamt führt die Berechnungen durch. Kommt dabei heraus, dass du ein Guthaben erhältst, dann wird dir das direkt aufs Konto überwiesen.

Tipp: In manchen Fällen ist es sogar noch einfacher: Es gibt mittlerweile die automatische ArbeitnehmerInnenveranlagung (ANV). Das bedeutet, dass in manchen Fällen für den Lohnsteuerausgleich kein Antrag mehr notwendig ist. Es müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Infos erhältst du hier.

Anlaufstellen

 

aktualisiert 10/2019